2. Karlsruher Bürgerkonferenz
Karlsruher formulieren Empfehlungen zur Energienutzung
Unter dem Motto „Energienutzung – Wege in die Zukunft“ waren Bürgerinnen und Bürger der Stadt Karlsruhe am 20. und 21. November dazu eingeladen, über die Energienutzung in Deutschland zu debattieren. Die Teilnehmenden waren „Praktiker“, die sich mit dem Thema Energienutzung haupt- oder nebenberuflich oder persönlich beschäftigen.
Die 2. Karlsruher Bürgerkonferenz baute auf den Ergebnissen der 1. Bürgerkonferenz auf. Für die dort entwickelten Visionen und Ideen suchten die 43 Bürgerinnen und Bürger mit fachlicher Unterstützung von Wissenschaftlern aus der Energieforschung Umsetzungswege.
Nach lebhaften Debatten um Ideen und Zukunftsvisionen der Energienutzung von morgen stimmten die Teilnehmenden am 21. November über eine Bürgererklärung mit fünf Visionen ab, in dem sie Empfehlungen an Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft richten.
Die Teilnehmer der 1. Bürgerkonferenz hatten beispielsweise das Konzept für ein „Intelligentes Haus“ entwickelt, das Energie sparen hilft: Es schaltet selbstständig das Licht aus, sorgt für Durchlüftung und wäscht die Wäsche dann, wenn von Kraftwerken viel Energie bereit gestellt wird und die Waschmaschine voll ist.
Zur Umsetzung der Vision vom „Intelligenten Haus“ empfahlen die Bürger der Wissenschaft, an der Erhöhung der Flächenenergieeffizienz zu arbeiten – zum Beispiel durch Einleitung von Sonnenlicht in Räume. An Forschung und Politik gerichtet empfahlen die Bürger die – auch finanzielle – Förderung einer Selbstenergieerzeugung in Häusern. Außerdem sollen Politik und Forschung nach Vorstellung der Karlsruher Bürger gemeinsam an einem neuen energetischen Baurecht arbeiten. Die Wissenschaft soll untersuchen, wie gefördert, Anreize geschaffen und Meinungsbildungsprozesse gestaltet sein müssen, damit Bürger ressourcenschonende Energiekonzepte annehmen.
Der Geschäftsführer der Initiative Wissenschaft im Dialog, Dr. Herbert Münder, nahm die Empfehlungen am Sonntag, den 21.11.2010, in Karlsruhe stellvertretend für die deutschen Wissenschaftsorganisationen entgegen. Die Visionen und Empfehlungen der Karlsruher Bürgerinnen und Bürger werden von Wissenschaft im Dialog nun weitergegeben in die deutsche Forschung sowie an Entscheidungsträger aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Die Bürgerkonferenz ist Teil des Forschungsprojekts „Wissenschaft debattieren“. Darin untersucht die bundesweit aktive Initiative Wissenschaft im Dialog gemeinsam mit Sozialwissenschaftlern der Universität Stuttgart, mit welchen Mitteln und mithilfe welcher Veranstaltungsformate sich Bürger am besten am Diskurs über Forschungsthemen beteiligen.
Die Veranstaltung fand statt mit Unterstützung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

