Der Realitätssinn der Bürger im Bereich der Stromerzeugung ist beachtlich
Kommentar der RWE AG zum Bürgergutachten der Konsensuskonferenz Essen „Wie sieht die Energieversorgung der Zukunft in Deutschland aus?“
Die Ergebnisse des Bürgergutachtens unterstreichen den Realitätssinn der Bürger in Deutschland im Bereich der Stromerzeugung. Zu den einzelnen Punkten:
Ob wir im Jahr 2050 einen Anteil von 50 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien haben, hängt von vielen Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem die Entwicklung von leistungsfähigen Speichertechnologien, die Anpassung unserer Netzinfrastruktur aber auch der konzertierte Einstieg in den Aufbau großtechnischer Anlagen.
Bei allen Erfolgen auf dem Feld der Erneuerbaren werden wir im Jahr 2050 weiter auf einen breiten Energiemix in Europa angewiesen sein, inklusive der Kohle- und Gaskraftwerke sowie der Kernenergie. Die Kernfusion ist dabei eine interessante Option, die in 2050 bereits eine wichtige Rolle für unsere Energieversorgung spielen kann.
Die Empörung über die ungelöste Lagerproblematik von radioaktiven Abfällen teilen wir. Deshalb plädieren wir für eine Wiederaufnahme der Erkundung von Gorleben als geeignetem Endlager. Technisch ist die Frage gelöst – nun geht es darum, die politische Blockade zu lösen, um die Abfälle sicher und dauerhaft einzulagern.
Geeignete Rahmenbedingungen für die großtechnische Stromerzeugung sind für uns ein Schlüssel für eine zukunftsfähige Energieversorgung. Nur dann können wir in Zukunftsprojekte wie Desertec, die Vernetzung der Eneuerbaren an den Küsten der Nordsee, aber auch Klimaschutztechnologien wie CCS tatsächlich umsetzen und weiterentwickeln.
Die Möglichkeiten zum Aufbau intelligenter Stromnetze erforschen wir bereits im Rahmen von Modellversuchen. Ein Beispiel dafür ist E-DeMa („Entwicklung und Demonstration dezentral vernetzter Energiesysteme hin zum E-Energy Marktplatz der Zukunft“). Gemeinsam mit Partnern wie zum Beispiel der Universität Duisburg-Essen, Siemens und Miele entwickelt RWE Lösungen für eine intelligente Stromversorgung, in der jeder Nutzer auch zum Stromproduzenten und -händler werden kann.
Intelligente Netze (Smart Grids) sind dabei nur ein Teil einer Energieinfrastruktur der Zukunft. Dazu zählen ebenso intelligente Stromzähler (Smart Meter) eine energieeffiziente Haustechnik (Smart Home), aber auch eine flächendeckende Bereitstellung von Stromladestationen für Elektroautos. Diese Schritte stellen für uns die Grundlage dar für eine wirtschaftliche, sichere, klimafreundliche und sozialverträgliche Energieversorgung.
Ansprechpartner: RWE AG Corporate Responsibility / Umweltschutz Joachim Löchte joachim.loechte@rwe.com