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Das BMBF wird mehr Dialogplattformen schaffen

Dr. Susanna Schmidt, BMBF: Das Wissenschaftsjahr 2010 steht unter dem Motto „Die Zukunft der Energie“. Wir stehen vor einem Dilemma: Einerseits nimmt der Energiebedarf weltweit durch die wirtschaftliche Entwicklung und das Bevölkerungswachstum weiter zu. Andererseits zwingen uns tiefgreifende Klimaveränderungen und schwindende Rohstoffvorräte zu einem Umdenken. Es gilt, Wachstum, Rohstoffverbrauch und Schadstoffausstoß zu entkoppeln. Antworten auf diese Herausforderung werden wir nur mit Hilfe der Forschung finden.

Deshalb finde ich es sehr einleuchtend, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konsensuskonferenz von Wissenschaft im Dialog in Essen diesen Aspekt in den Vordergrund gestellt haben: dass Forscherinnen und Forscher verpflichtet sind, deutlich zu machen, was ihre Ergebnisse in der Zukunft bewirken können, wie eine „konstruktive Perspektive“ nach vorne aussehen kann. Dabei halte auch ich die Frage der Sozialverträglichkeit, die ganzheitliche Akzeptanz in der Gesellschaft für ausgesprochen wichtig. Wir sehen dies am Beispiel der Umwelttechnologien: Ohne den großartigen Rückhalt in der gesamten Bevölkerung wäre Deutschland auf diesem Zukunftsfeld in der Forschung wie im Export nicht die Nummer 1. Nur wenn viele begeistert sind, kann die Weltspitze erreicht werden.

In diesem Sinne finde ich auch die Forderung an die Politik richtig, alles möglich zu machen, um erneuerbare Energien effizienter zu erschließen und damit den Anteil an der Stromerzeugung zu erhöhen. Dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konsensuskonferenz auch Empfehlungen „an die Bürger“ abgeben, ist konsequent, denn das Thema Energie ist ein Paradebeispiel dafür, dass das Handeln vieler einzelner und das globale Handeln ineinander greifen müssen. Nur so werden die hier geäußerten Vorstellungen Realität.

Deshalb wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung noch mehr solcher Dialogplattformen schaffen, die zu Bürgergutachten führen. Diese sollen dann in die Beratung der künftigen Forschungs- und Innovationspolitik eingehen, zum Beispiel im Rahmen der Forschungsunion Wirtschaft – Wissenschaft, die die Umsetzung der Hightech-Strategie der Bundesregierung begleitet.

Dr. Susanna Schmidt
Abteilungsleiterin im Bundesministerium


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