Schülerparlament in Magdeburg
Fünfstündige Debatte über Energie
Energiekonzerne besteuern, Energieerziehung als Pflichtfach und per Medienkampagnen über die Komplexität der Energieproblematik aufklären – das fordern rund 100 Schülerinnen und Schüler in Magdeburg. Vom 7. bis zum 9. Juni diskutierten sie während des Schülerparlaments „Vom Bohrloch zur Steckdose: Die Energie der Zukunft“ Fragestellungen rund um die Themen Energieerzeugung, -speicherung und -nutzung. Mit fachlicher Unterstützung von Experten aus der Wissenschaft formulierten sie Thesen und Forderungen, über die sie in einer parlamentarischen Abschlussdebatte im Landtag von Sachsen-Anhalt abstimmten. Abgeordnete verschiedener Parteien nahmen am 9. Juni die Forderungen der Schüler in einem Thesenpapier entgegen.
Kernkraftwerke: Grüne Zukunftstechnologie oder teure Gefahr? Wie kann garantiert werden, dass Deutschland und Europa, sicher und wirtschaftlich mit Öl, Gas und Kohle versorgt werden können? Grenzenlose und individuelle Mobilität auf Kosten des Klimas?
Die Themen des Schülerparlaments sind kontrovers gewählt. Die Initiative der deutschen Wissenschaft – Wissenschaft im Dialog (WiD) – will mit dem dreitägigen Schülerparlament das wissenschaftliche Verständnis der Jugendlichen fördern und sie in einen intensiven Austausch mit Experten lokaler Wissenschaftseinrichtungen bringen. Der Landtag von Sachen-Anhalt, in dessen Räumen ein Großteil der Veranstaltung stattfand, unterstützt die Initiative nachhaltig.
Die Oberstufenschüler entwickelten zu sieben Fragenstellungen der Energieerzeugung, -speicherung und -nutzung Thesen, wobei sie von Experten der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, der Technischen Universitäten Braunschweig, Dresden und Chemnitz, der E.ON Avacon AG, der Industrie- und Handelskammer Magdeburg und der Hochschule Magdeburg-Stendal begleitet wurden.
Zum Abschluss des Schülerparlaments debattierten die Schüler ihre Thesen am Originalschauplatz der Politik – im Plenarsaal des Landtags von Sachsen-Anhalt. In dieser Parlamentssimulation nehmen die Jugendlichen die Rolle von Abgeordneten ein und erfahren so, wie demokratische Entscheidungsprozesse funktionieren.
Nach einem Grußwort des Landtagspräsidenten Dieter Steinecke stimmten die Schülerinnen und Schüler über die entwickelten Thesen und Forderungen ab und übergaben sie an die Abgeordneten Eva von Angern (Die Linke), Sprecherin für Kinder-, Jugend- und Familienpolitik, Wigbert Schwenke (CDU), Stellvertreter des Sozialausschusses, Dr. Frank Thiel (Die Linke), Parlamentarischer Geschäftsführer, und Tilmann Tögel (SPD), Ausschuss Wirtschaft und Arbeit.
Der Abgeordnete Dr. Thiel bedauerte seine Kollegen, die beim Schülerparlament nicht anwesend sein konnten: „Sie haben was verpasst!“ Fast schon wie alte Parlamentshasen kämen ihm die Schülerinnen und Schüler vor - jedoch mit einer strafferen Redezeit und einer Lebendigkeit, wie er sie im Parlament hier in diesem Hause lange nicht erlebt habe.

